Film: Black Ice

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Ein Film mit anschließender Disskussion im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage 2015 zum Thema Bürger*innenrechte und Engagement.

Als der russische Ölkonzern Gazprom 2013 seine erste Bohrplattform Prirazlomnaya in der aktischen See platzierte, ließ eine Reaktion von der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht lange auf sich warten.

Im September erreichte die dreißigköpfige Besatzung der Arctic Sunrise – bestehend aus Crew, Aktivisten und Journalisten – die Plattform und begann friedlich zu protestieren. Was dann folgte, sollte Schlagzeilen machen und weltweit Unterstützung für die Protestler und Kritik an der russischen Justiz hervorrufen.

Stürmung der Arctic Sunrise ohne rechtliche Grundlage

Eine Tag, nachdem die erste Protestaktion an der Ölplattform unter Androhung von Waffengewalt abgebrochen werden musste, stürmten bewaffnete russische Sicherheitskräfte die Arctic Sunrise, ließen es auf das Festland zusteuern, nahmen die Besatzung fest und übergaben sie der russischen Justiz, die sie in Untersuchungshaft nahm.

Kritisch war an diesem Vorgang, dass sich das Schiff zum Zeitpunkt der Stürmung auf internationalen und neutralen Gewässern befand. Zusätzlich wurde die niederländische Regierung nicht über die Aktion informiert, obwohl die Arctic Sunrise unter niederländischer Flagge segelte und das internationale Seerecht dieses Protokoll befiehlt.

Die Besatzung – von den Medien „The Arctic 30“ getauft – wurde zunächst wegen bandenmäßiger Piraterie, später wegen Rowdytum angeklagt. Laut russichem Gesetz hätte den Angeklagten Schlimmstenfalls eine Haftstrafe von 15 Jahren gedroht.

„Black Ice“ zeigt Geschichte der Protestaktion und ihre Folgen

Nachdem die Berichterstattung über die Stürmung der Arctic Sunrise, die Festnahme und die Anklage der Aktivisten durch die Medien ging und immer mehr Stimmen das Vorgehen der russischen Behörden kritisierten, wurden die Umweltaktivisten endlich nach zwei Monaten aus der Haft entlassen. Die Arctic Sunrise durfte weitere sieben Monate später die russischen Hoheitsgewässer wieder verlassen.

Der Dokumentarfilm Black Ice von Maarten van Rouvenoy zeigt am Montag, 09.11.2015, um 19.00 Uhr im Initiativenbüro eine Chronologie der Geschehnisse. 

Der Eintritt ist frei.

Weitere Termine sind am 12.11. in Schwerin im Komplex, Pfaffenstraße 4 und am Freitag, den 13.11. im Demokratiebahnhof Anklam, Bahnhofstraße 1.