LIDL lenkt ein – Demo abgesagt

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Liebes alternatives Greifswald,

wir von Greenpeace möchten unsere für den 03. Februar anberaumte Demo gegen LIDL und die unhaltbaren Zustände in der Massentierhaltung sowie die Verbrauchertäuschung durch das "Tierwohl"-Label erst einmal absagen. Infos zur ursprünglich geplanten Demo findet ihr hier.

Die Demo wird nicht stattfinden. Warum? LIDL ist heute auf Greenpeace zugekommen und hat einer wichtigen Forderung, der transparenten Kennzeichnung ihres Fleischsortiments, zugestimmt. Der Haltungskompass, der im April 2018 eingeführt werden soll, schafft nun endlich Transparenz bei einem der größten Lebensmitteldiscounter. Dabei wird es eine vierstufige Haltungskennzeichnung geben. Die Haltungskennzeichnung ist aufgeteilt in

Stufe 1 = Stallhatung nach dem gesetzlichen Standard

Stufe 2 = Stallhaltung Plus (Initiative "Tierwohl")

Stufe 3 = Auslauf (darunter fallen Fleischprodukte z.B. mit dem Siegel des Deutschen Tierschutzbundes der Einstiegs- und Premiumstufe)

Stufe 4 = Bio.

Anfang 2019 sollen 50% der Fleischprodukte der Stufe 2 entsprechen und langfristig soll kein Fleisch der Stufe 1 mehr in die Läden kommen. Aus unserer Sicht, und LIDL ist dies wohl bewusst, ist auch die Stufe 2 nicht ausreichend und darf nicht als Mindeststandard zementiert werden.

Die Standards sollen angehoben und langfristig sollen immer mehr Fleischprodukte der Stufe 3 vermarktet werden. Darauf werden wir achten und weiter Druck ausüben.

LIDL reagiert mit seinem EInlenken auf über 400 Protestaktionen, mit denen Greenpeace-AktivistInnen seit April 2017 vor LIDL-Märkten mehr Transparenz für Verbraucher gefordert und auf miserable Zustände in der Tierhaltung aufmerksam gemacht haben. Der Haltungskompass lässt Verbraucher künftig mit einem Blick die Bedingungen erkennen, unter denen ein Tier gehalten worden ist.

Bei Eiern ist eine solche Kennzeichnung gesetzlich verpflichtend. Und hier liegt das Problem: Bislang fehlt eine bundesweite Regelung zur Kenntlichmachung der Herkunft frischen Fleischs. Wir werden also weiter Druck ausüben und diesen auf andere Supermarktketten ausweiten. Auch ist das Thema Massentierhaltung noch lange nicht ad acta gelegt. Der heutige Schritt ist es wert, gegangen zu werden, aber es ist eben nur ein kleiner Schritt.

Ihr werdet also von uns hören. Bis dahin genießen wir ein bisschen den Erfolg.

Streut die Nachricht sehr gerne. Am Samstag werden wir außerdem mit einem Infostand am Fischmarkt stehen, dem geplanten Ausgangspunkt unseres Protestzugs, und gestrandete Demonstrationswillige einsammeln und informieren. 

 

Weitere Informationen zum neuen Haltungskompass von LIDL findet ihr zum Beispiel hier.

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