Ein Rückblick auf 2017

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Mit 2017 geht ein ereignis- und krisenreiches Jahr zuende. Während Probleme wie die Klimaerwärmung und die Verknappung natürlicher Ressourcen dringend globaler Lösungen bedürfen, besteht weltweit so wenig Frieden und Zusammenarbeit wie lange nicht mehr. Für uns ist der Jahreswechsel eine Gelegenheit, auf unsere bisherigen Bemühungen zurückzublicken. Was konnten wir im vergangenen Jahr dazu beitragen, dass dieser Planet auch in Zukunft bewohnbar bleibt? Wo sind wir dagegen auf taube Ohren gestoßen und was bleibt zu tun?

Wir nahmen dieses Jahr an zwei deutschlandweiten Greenpeace-Kampagnen teil. Dabei ging es um ein Verbot von Plastik in Kosmetikprodukten und um die Billigfleischpolitik von Lidl (wobei das Problem auch andere Discounter betrifft). Außerdem haben wir eigenständig eine kindgerechte Ausstellung zum Bienensterben auf die Beine gestellt, die in der Volkshochschule in Bergen auf Rügen und danach im Parteibüro der Grünen zu begutachten war. Am Ende des Jahres konzipierten wir eine weitere Ausstellung, die im Rahmen der Weltwechsel-Tage im November in der Mensa am Wall aushing. Es ging dabei um verschiedene Zivilisationserscheinungen, die katastrophale Folgen für die Umwelt, aber auch für die Menschen in verschiedenen Regionen der Erde haben. Dabei konzentrierten wir uns auf die Themen Palmöl, Kohlekraft, Coltan in Elektrogeräten, Bekleidungsindustrie und Überfischung. Über das Jahr verteilt organisierten wir außerdem mehrere Kleidertauschpartys an wechselnden Orten. Mit Kleidertauschpartys wollen wir eine nachhaltige Alternativen zum Wegwerfkonsum von Kleidung bieten und für die mit der Kleidungsherstellung verbundenen Umweltbelastungen sensibilisieren.

Was aber haben unsere Aktionen bisher bewirkt? Bei jeder größeren Kampagne haben wir Unterschriften gesammelt, damit die Greenpeace-Forderungen auch in der Politik Gehör finden. Nach Ende der Greenpeace-Kampagne zu Mikroplastik erhielt Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) aus ganz Deutschland 37000 Aufforderungen, Plastik in Kosmetik zu verbieten. Bis jetzt ist jedoch keine entsprechende Gesetzesinitiative auf dem Weg. Auch die Kampagne „Lidl kann es besser!“, in deren Rahmen wir 2017 zweimal vor Lidl gegen dessen Billigfleischpolitik protestierten und über die irreführende „Initiative Tierwohl“ aufklärten, hat bisher keine Verbesserung der Haltungsbedingungen von Masttieren bewirken können. Lidl scheint die Strategie zu verfolgen, die Proteste auszusitzen. Auch auf die von Greenpeace-Ortsgruppen deutschlandweit gesammelten schriftlichen Aufforderungen von Kunden, die Standards für die Lebensbedingungen von Mastschweinen zu verbessern, reagierte Lidl bisher nicht.

Wir haben jedoch nicht vor, locker zu lassen. Natürlich sind politische Entscheidungen und Gesetzesänderungen im Sinne einer nachhaltigeren Nutzung von Ressourcen und eines humaneren Umgangs mit Tieren unser ultimatives Ziel. Doch auf dem Weg dahin zählen auch kleine Erfolge. So waren unsere Kleidertauschpartys 2017 immer gut besucht. Viele Kleidungsstücke, die sonst noch jetzt unberührt im Schrank liegen würden oder in der Tonne gelandet wären, fanden dabei einen neuen Besitzer. Über die verschiedenen Informations- und Diskussionsveranstaltungen ergab sich immer wieder ein spannender Austausch mit Menschen, die die verschiedensten Haltungen zu unseren Schwerpunktthemen hatten und sich auch in ihrem Kenntnisstand deutlich unterschieden. Wir hoffen, bei Vielen ein kritisches Interesse dafür geweckt zu haben, wie sich die eigenen Konsumentscheidungen auf die Umwelt auswirken. Auch uns selbst hat die Diskussion mit unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern vielfach neue Denkanstöße gegeben. In unserer globalisierten und industrialisierten Welt, in der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge nicht immer offensichtlich sind, schaffen Aufklärung und Austausch erst ein Bewusstsein dafür, wie groß unsere Umweltprobleme tatsächlich sind. Dies führt über kurz oder lang nicht nur zu weitsichtigerem Konsumverhalten, sondern auch zu politischen Veränderungen.

Viele Menschen, mit denen wir an Informationsständen, bei Protestaktionen, bei Filmabenden oder anderen Veranstaltungen sprechen, bestärken uns in unserer Arbeit, ebenso wie jedes neue Mitglied, das wir in unserer Ortsgruppe begrüßen dürfen. Mit Tatendrang und Zweckoptimismus starten wir in das Jahr 2018. 

 

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