Aufwachen und Abschalten!

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Wir schreiben das Jahr 2016. Vor 30 Jahren lief ein Test im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einem Super-GAU aus dem Ruder. Vor 5 Jahren führte ein Tsunami im japanischen Fukushima zum Atom-Unglück. Die Folgen sind nach wie vor dramatisch: verstrahlte verlassene Gegenden und – noch schlimmer – verstrahlte bewohnte Gegenden und kranke Menschen, nicht nur in der Generation, die direkt es miterlebt haben, sondern auch ihre Kinder.

Und dabei sind diese Zeitspannen so lächerlich kurz. Der Brennstoff Uran 235 hat eine Halbwertszeit von 700 Millionen Jahren, wie sollen die Folgen ausgetretener Strahlung da in ein paar Jahrzenten abnehmen?
Das macht nicht optimistisch. Genauso wenig wie die Vorhaben auf aller Welt, neue Atomkraftwerke zu bauen. Ja, auch in und mit Unterstützung der EU, wie in Finnland und der Ukraine. Deutschland ist natürlich vorbildlich und hat den Atomausstieg beschlossen: 2022 soll kein Atomkraftwerk mehr laufen.

Doch bis dahin? Sind zur Zeit noch 9 Standorte in Betrieb, gibt dort immer wieder Störfälle, werden die 2011 erhöhten Sicherheitsanforderungen praktisch nirgendwo eingehalten und ist nach wie vor kein vernünftiges Zwischen- geschweige denn Endlager in Sicht für die Berge an Atommüll, die sich in den letzten Jahrzehnten angesammelt haben. Aus dem bewegenden Buch „Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft“ wurden letztes Jahr in einer gemeinsamen Veranstaltung des StuThe und Greenpeace Auszüge gelesen, die hier nachgehört werden können.

Optimistisch macht allein die Überzeugung, dass es auch anders geht, das die Energiewende hin zu Erneuerbaren Wirklichkeit werden kann. Dass es viele Menschen gibt, die sich dafür einsetzen und in Protestaktionen immer wieder diese Meinung lautstark kundtun. Dass wir die Wahl haben: Atomstrom mit 300-prozentigen kurzfristigen Gewinnen für die Betreiber und nicht bezifferbaren langfristigen Verlusten für Umwelt und Menschen – oder Ökostrom aus Erneuerbaren. Protest gegen Atomenergie und für Erneuerbare muss sein und lohnt sich, ausgetragen auf der Straße wie seit 30 Jahren am AKW Brokdorf, wie der Film „Das Ding Am Deich“ zeigt, und am heimischen Lichtschalter bei der Wahl des Stromanbieters.

Windräder statt Atomkraft, hier die Anleitung zum Basteln für die nächste Demo. 30 Jahre Tschernobyl - Nie wieder!

 

Übrigens: Einen nie mit Brennstoff beladenen Reaktor kann man im Informationszentrum der Energiewerke Nord besichtigen. Zu den kostenlosen Führungen durch Block 6 des Atomkraftwerks Lubmin kann sich jeder anmelden und damit mit eigneen Augen einen Blick in einen Reaktor werfen.

Publikationen

Weiterführende Links

Greenpeace Deutschland zu Atomkraft
Atomkraftwerk Lubmin Besichtigung (EWN)

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